Trennung mit Kind

 

Gerade nach längerer Zeit gehen Beziehungen oftmals in die Brüche. Man hat sich auseinandergelebt und die gemeinsamen GespräMutter mit einem traurig blickendem Kindche finden nur noch statt, um Alltägliches zu besprechen. Langsam ist die Liebe aus dem Leben gewichen oder wie sagt man so schön, der Alltag hat die Liebe auf dem Gewissen. Nicht wenige Paare haben in dieser Zeit gemeinsame Kinder und scheuen sich nun vor dem finalen Schritt. Es ist sicher richtig, in dem Fall an der Beziehung zu arbeiten und zu schauen, ob sich nicht doch noch eine gemeinsame Basis finden lässt. Nicht immer ist dies der Fall und es ist dann ein Trugschluss zu denken, dass man zusammenbleiben muss, nur der Kinder wegen. Ist der Alltag geprägt von immer wiederkehrenden ernsten Konflikten, so ist das auch für das Kind nicht schön und man sollte wirklich die Überlegung anstrengen, ob ein Leben als getrenntes Paar, wohl aber weiterhin als gemeinsames Elternpaar nicht die beste Lösung für alle Beteiligten wäre, denn sonst nimmt der Kummer Überhand. Die Trennung mit Kind ist zumindest eine Option, die man überdenken sollte.

Dem Kind die Trennung erklären

Ist es schon schwer genug, selbst die Trennung zu verarbeiten und einen Weg zurück ins Leben ohne den Partner zu finden, so hat man hierbei noch ein weiteres Problem zu bewerkstelligen. Man muss dem Kind die Trennung erklären und vor allem dem Kind vermitteln, dass es nicht seine Schuld ist, dass Mama und Papa von nun an getrennte Wege gehen. Dies hat oberste Priorität, denn laut Statistik geben sich gerade kleinere Kinder bis ins Grundschulalter hinein – bewusst oder unbewusst – die Schuld daran, dass sich die Eltern nicht mehr lieb haben. Vielleicht hätte ich nicht so frech sein sollen oder öfter mein Zimmer aufräumen müssen, sind dann nicht selten Gedankengänge bei kleineren Kindern. Diese Ängste heißt es, dem Kind zu nehmen. Hierbei gilt, nicht jedes Kind spricht diese Ängste auch aus. Man muss wachsam sein und auch in dieser schwierigen Zeit den Blick für sein Kind nicht verlieren.

Nicht vor dem Kind streiten

Ebenfalls wichtig ist es, Streitigkeiten nicht vor dem Kind auszutragen. Dies wird nicht immer leicht sein, zumal die Emotionen gerade in der Phase der Trennung sehr schnell hochkochen. Vermeiden Sie es dennoch, dem Kind diesen emotionalen Stress zuzumuten. Auch für das Kind ist dies eine sehr schwierige und schmerzhafte Zeit und es fühlt sich vollkommen hilflos. Es steht plötzlich zwischen den Stühlen; immerhin hat es Papa und Mama gleichermaßen lieb und bekommt dennoch das Gefühl vermittelt, sich für einen der Beiden entscheiden zu müssen. Man macht oft den Fehler, das Kind in dieser Zeit auf seine Seite ziehen zu wollen. Kleinere Kinder werden überschüttet mit überteuerten Geschenken oder aber mit Ausflügen und man versucht, über das Kind an nötige Informationen zu gelangen. Bei älteren Kindern wird nicht selten der Fehler begangen, sie zu fragen, bei wem sie von nun an leben möchten und man versucht sie dazu zu bewegen, sich für ein Elternteil zu entscheiden. Hierbei geht es weniger um das Kind, als darum den Ex-Partner zu verletzen. Unterlassen Sie es, dass Kind in ihre Trennung auf diese Art und Weise hineinzuziehen.

Reden Sie mit dem Kind

Reden Sie unbedingt mit dem Kind über die Trennung und die nun folgende Zeit. Wenn es Ihnen möglich ist, so tun Sie dies gemeinsam, als Eltern. Erklären Sie dem Kind altersgerecht, wie es dazu kam und dass sich für das Kind nichts daran ändern wird, dass Sie seine Eltern bleiben. Sie haben sich zwar als Paar getrennt, jedoch nicht von Ihrem Kind. Man bleibt ein Leben lang Mutter oder Vater. Diese Verantwortung hat man einst übernommen und kann ihr auch nachkommen, wenn die Familie nicht mehr als solche besteht. Gerade in der Anfangszeit wird Ihnen diese Aufgabe als schier unlösbar vorkommen, wenn aber einige Zeit ins Land gestrichen ist, so werden Sie sehen, dass es durchaus möglich ist, die Aufgabe der Erziehung weiterhin gemeinsam zu bestreiten. Dem Kind zuliebe sollte dies der Weg sein , den man einschlägt, auch wenn man als Paar keine gemeinsame Zukunft mehr sieht.

Ein neuer Partner am Horizont

Tritt irgendwann ein neuer Partner in Ihr Leben, so ist auch hier Fingerspitzengefühl gefragt. Man darf und vor allem sollte man nicht von dem Kind erwarten, dass es dem neuen Partner in Ihrem Leben sofort mit uneingeschränkter Sympathie entgegentritt. Das Kind muss auch mit dieser neuen Situation erst zurechtkommen. Erklären Sie auch hier dem Kind, dass dies keineswegs ein Ersatz für den Vater oder die Mutter darstellen soll. Vielmehr kann es den neuen Partner in Ihrem Leben als Freund betrachten. Im Idealfall äußert das Kind irgendwann vielleicht einmal allein den Wunsch, den neuen Partner mit Mama oder Papa ansprechen zu dürfen. Dies ist aber kein Muss und man sollte auch nicht darauf hinarbeiten. Eine besondere Schwierigkeit stellen vor allem Kinder im Teenageralter dar; sie rebellieren sehr oft gegen die neue Liebe und stellen diese auf eine harte Probe. So schwer es Ihnen auch fällt, sollten sie bei unüberwindbaren Differenzen erneut über eine Trennung nachdenken, auch wenn die Trennung mit Kind doppelt schwer fällt. Wenn Sie noch eine Chance sehen, die Beziehung zu retten, dann versuchen Sie es. Brauchen Sie dazu Unterstützung, werfen Sie vielleicht einen Blick in das Buch: Wie Sie die Beziehung retten. Und eines dürfen Sie nie vergessen: Das Wichtigste in Ihrem Leben sind und bleiben Ihre Kinder.

Weiterführender Link: Lesen Sie doch auch die Unterseite Partnerschaft retten durch eine Therapie, damit es vielleicht gar nicht  zur Trennung mit Kind kommt.

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