Ratschlag für Eltern bei der Scheidung ihrer Kinder

Eine Scheidung bringt nicht nur emotionale Probleme für die beiden Betroffenen mit sich, vielmehr kann eine Trennung auch bei den Kindern zu heftigen Problemen führen. Eine Scheidung führt leider auch dazu, dass ein Bruch in der Familie und im Freundeskreis entsteht. Zum Beispiel der Verlust der Schwiegerfamilie und der Freunde, die auf Dauer meist doch Partei ergreifen, auch wenn sie am Anfang versprachen, es nicht zu tun. Es ist für die Menschen, die direkt betroffen sind, sowie den Eltern, nicht einfach zu sehen, dass ihr Sohn oder ihre Tochter Kummer hat. Sie selbst haben hierbei auch Kummer, manchmal sogar sehr viel mehr als die Betroffenen selbst.

Dass die Beziehung ihres Kindes vorbei ist finden sie traurig, aber Eltern trauern auch wegen des Kummers ihres Kindes. Zugleich wollen sie eine gute Stütze für sie sein und helfen wo sie können. Das bedeutet, dass sie ihren eigenen Kummer zeitweilig beiseite schieben müssen. Wenn Sie Ihrem Kind helfen wollen, hat es keinen Sinn zusammen zu trauern. Natürlich können Sie zu Beginn der Bekanntmachung der Trennung Ihre Emotionen zeigen, aber auf Dauer sollten Sie diese für sich behalten, sobald Ihr Kind in Ihrer Nähe ist.

Wenn noch nicht die Rede von einer Scheidung ist, es aber zahllose Probleme gibt, über die Ihr Kind mit Ihnen als Eltern spricht, hören Sie gut zu, aber sagen Sie ihm nicht, was es tun muss und was nicht. Drängen Sie auch nicht auf eine Scheidung. Versuchen Sie zu helfen, indem Sie ein offenes Ohr für Ihr Kind haben und eventuell Tipps zu geben, die Möglichkeiten zeigen können, die Beziehung doch noch zu retten. Sagen Sie Ihrem Kind in jedem Fall, dass Sie, was auch passiert, hinter ihm stehen.

Gehen zwei Menschen auseinander, gibt es auch immer zwei verschiedene Sichtweisen und Erzählungen. Jeder erzählt aus seiner oder ihrer eigenen Sicht. Als Eltern müssen Sie also bedenken, dass die Erzählung immer zwei Seiten beinhaltet und dass Ihr Sohn oder Ihre Tochter nur aus ihrer eigenen Sichtweise, also nur ihre eigene Wahrheit, erzählt. Versuchen Sie also keine Partei zu ergreifen. Selbstverständlich ist es logisch, dass Sie Ihr eigenes Kind mehr trösten, aber dieses Verständnis und diese Unterstützung können Sie dem auch zukommen lassen, ohne dabei Partei zu ergreifen.

Beginnen Sie auch keine Diskussion mit Ihrem Kind, um dem Partner alle Schuld zu geben. Sobald Sie hiermit beginnen, würde dies, womöglich zu Unrecht, die Außenwelt erreichen. Dies würde dazu führen, dass der Ex-Partner noch mehr verarbeiten muss, neben all dem Kummer, der schon vorhanden ist.

Sind Kinder mit im Spiel, sollten Sie als Eltern ihre Enkelkinder unbedingt unterstützen. Wie viel Kummer Ihr eigenes, erwachsenes Kind auch hat, unterbrechen Sie den Kontakt mit dem Ex Partner Ihres Kindes nicht. Sie wollen Ihre Enkelkinder doch auch weiterhin sehen. Diskutieren Sie auch nicht über die Bedürfnisse des Kindes, denn zuletzt haben Kinder nur ein Bedürfnis, und zwar, dass sie Papa und Mama behalten dürfen.

Wichtig ist auch, dass Sie mit Ihrem Kind raus gehen. Gehen Sie shoppen, ins Kino oder buchen Sie ein Wochenende in der Natur. Machen Sie eine Wanderung oder fahren Sie Fahrrad. Haben Sie nicht die Gelegenheit dies zu tun, versuchen Sie erst sich Zeit zu nehmen und zeigen Sie, dass Sie gerne Zeit mit ihm verbringen wollen, sodass Ihr Kind wirklich das Gefühl bekommt, dass Sie helfen wollen. Ferner können Sie Ihrem Kind raten, ihre oder seine Freunde weiterhin zu sehen oder auch eine neue Sportart zu erlernen. Vor allem aber sollten Sie ihr Kind nicht anstacheln, denn dies bewirkt das Gegenteil.

Ist die Beziehung Ihres Kindes definitiv vorbei, seien Sie als Eltern trotzdem für Ihr Kind da. Geben Sie ihm das Gefühl, dass es bei Ihnen immer erwünscht ist und dass die Tür ihm immer offen steht. Lassen Sie ihn oder sie die Emotionen aussprechen, die es hat. Wenn Sie feststellen, dass nach einiger Zeit keine Verbesserung des emotionalen Befindens, oder gar eine Verschlechterung eintritt, schalten Sie professionelle Hilfe ein. Lassen Sie den Dingen vor allem nicht ihren Lauf.

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