Partnerschaft retten durch Therapie?

Krisen warten in einer Partnerschaft ja reichlich auf einen. Oft beginnt das schon mit dem Zusammenziehen, manchmal durch Heirat und spätestens aber beim ersten Kind. Immerhin treffen zwei unterschiedliche Menschen aufeinander und sollen von nun an glücklich, zufrieden und treu gemeinsam durchs Leben gehen? Bis an ihr Lebensende versteht sich. Das entspricht bis heute der Idealvorstellung vieler Menschen.

Den Partner sein zu lassen, wie er wirklich ist und selber der bleiben zu können, der man ist? Das funktioniert in den seltensten Fällen. Zumindest nicht ohne Zutun. Viele Paare bekommen das alleine hin, weil sie gelernt haben, miteinander richtig zu kommunizieren, auf den anderen einzugehen, zuzuhören und so weiter. Ganz viele haben dieses „Erbgut“ aber nicht oder nicht in dem erforderlichen Maße mitbekommen bzw. erlernt und die Herausforderung einer Partnerschaft ist ja unter anderem, voneinander zu lernen.

Die Erwartung, der Partner solle einen glücklich machen, ist eine irrationale Aufgabe, die kein Mensch zu leisten vermag. Dennoch belasten sich Partner immer wieder gerne mit dieser Bürde. Aber mal realistisch betrachtet: Wie könnte ein Mensch beispielsweise einen in sich unzufriedenen Menschen glücklich machen? Oder jemanden, der unter wenig Selbstwert leidet, ein besseres Gefühl vermitteln?

Eine gelungene Partnerschaft beginnt immer an einem selbst. Und eine zufriedene Beziehung besteht aus zwei zufriedenen Individuen. Der Schlüssel läge darin, nicht vom anderen Dinge zu fordern, die man selbst nicht geben kann. Eindeutig der einfachere Weg, aber wenig erfolgversprechend. Ein schönes Motto wäre: „Gib, was du verlangst und verlange, was du gibst“. Das würde vieles erleichtern und ich gebe gerne zu, dass es nicht immer einfach zu befolgen ist. Aber wer sagt denn, dass alles einfach sein muss?

Wann ist eine Therapie zum Retten der Partnerschaft sinnvoll?

Was gerne vergessen oder unbeachtet bleibt ist, dass zu einer Partnerschaft immer (mindestens) zwei Personen gehören, die in gleichem Maße für deren Gelingen die Verantwortung tragen. Schneller erkennen wir die Fehler des anderen und sind mit Vorwurfshaltung zugange, als dass man sich selber betrachten würde. Schuldzuweisungen stehen in meiner Arbeit auf der Tagesordnung. Das kennen die Paare schon zu genüge von daheim, deshalb muss etwas Neues passieren.

Therapie bedeutet in erster Linie eine Absicht nach Veränderung zu haben. Nicht die Erwartung der Veränderung des Partners, sondern die echte Bereitschaft, an sich selbst zu arbeiten, ist die Voraussetzung für den therapeutischen Erfolg. (Zum Weiterlesen: Andrea Bräu – Es war doch nur Sex )

Fazit:
Viele Paare kommen oft viel zu spät zur Therapie. Wir Paartherapeuten arbeiten fast ausschließlich mit „Schmerzpatienten“ und das verhält sich dann so ähnlich wie beim Zahnarztbesuch. Leider entsteht bei uns Menschen eine Therapiemotivation immer erst durch Leidensdruck und dabei wären „prophylaktische Maßnahmen“ auch im partnerschaftlichen Bereich kaum kontraproduktiv.

 Es war doch nur Sex!

Autorin dieses Fachartikels ist die
Buchautorin, Einzel-, Paar- und Familientherapeutin Andrea Bräu.

Buch: Es war doch nur Sex
Website: http://www.beziehungspraxis.de

 

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