Miteinander sprechen

Am Anfang einer Beziehung, also kurz nach dem Kennenlernen, hat man sich viel zu erzählen. Ständig redet man miteinander, erzählt dem anderen Dinge, die er oder sie noch nicht weiß. Da man sich noch nicht sehr lange kennt, hat man sich demzufolge auch sehr viel zu erzählen.

Im Laufe der Zeit und mit dem Fortschreiten der Beziehung werden die Dinge, die man über den Partner noch nicht weiß, natürlich weniger. Dies führt dazu, dass Paare weniger miteinander reden. Waren Fernsehen und Computer früher selten genutzte Geräte, weil man viel lieber die Zeit mit dem anderen verbracht und sich unterhalten hat, steigt der Fernsehkonsum und auch die am Computer verbrachte Zeit.

Da man schon seit längerem zusammenlebt, geht vieles Hand in Hand. Der Alltag in der Partnerschaft hat Einzug gehalten. Der Beruf und das tägliche Einerlei aus Einkaufen, Waschen, Putzen und Kochen kostet Kraft und funktioniert in den meisten Fällen auch ohne große Unterhaltung. Es hat sich halt so eingespielt. Dann kommen möglicherweise noch Kinder dazu und somit dreht sich alles nur noch um das Kind oder die Kinder.

Über all diesen Dingen, zu denen auch noch soziale Verpflichtungen wie der Besuch bei den Eltern / Schwiegereltern, Familienfeste und so weiter kommen, hat das Paar verlernt, sich miteinander zu beschäftigen, sich zu unterhalten und über alles und nichts zu sprechen.

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Gespräche sind wichtig

Die gemeinsame Unterhaltung ist jedoch von großer Wichtigkeit und Bedeutung für eine Beziehung – für Ihre Beziehung. Nur wenn Sie miteinander sprechen, können Sie herausfinden, wie es Ihrem Partner geht, was er fühlt, was ihn beschäftigt und so weiter.

Dabei müssen noch nicht einmal tiefschürfende Gespräche geführt werden, denn es geht mehr darum, im Gespräch zu bleiben, als um ein möglichst hohes Niveau. Es muss ja nicht gleich eine Diskussion über Malerei, religiösen Glauben oder den Weltfrieden sein.

Natürlich wird es nicht ganz einfach sein, nach der langen Zeit des Schweigens plötzlich wieder eine Unterhaltung zu führen. Führen Sie hierzu doch vielleicht ein Ritual ein. Setzen Sie sich doch einmal nach dem nach Hause kommen mit einer Tasse Kaffee zusammen und erzählen Sie sich von Ihrem Tagesablauf. Was haben Sie erlebt und was hat Ihr Partner erlebt? Was ist ihm oder ihr gelungen und mit was hatte er oder sie Schwierigkeiten?

Manches davon haben Sie bisher sicherlich auch miteinander besprochen. Dann allerdings wahrscheinlich zwischen Tür und Angel, beim Abendessen oder vor dem Fernseher. Sinn der Sache ist, dass Sie beide sich Zeit nehmen, miteinander zu sprechen und sich für die Belange des jeweils anderen interessieren.

Wenn Sie miteinander sprechen gibt es viele Themen

Im Rahmen eines solchen Gespräches können durchaus auch negative Dinge ein Thema sein. Dabei sollten Sie jedoch ein paar Punkte beachten, denn schließlich möchten Sie ja ein konstruktives Gespräch führen und sich nicht in einem Streit wiederfinden. Gerade wenn es um negative Dinge oder Verhaltensweisen Ihres Partners geht, die Sie stören, sollten Sie nicht alle Themen an einem Abend aufarbeiten wollen. Das wäre zu viel verlangt und kann so nicht funktionieren. Wenn Sie ein solches Gespräch führen möchten, überlegen Sie sich, welches Thema oder welche Aspekte eines Themas Sie im Gespräch behandeln möchten. Ebenso sollten Sie beachten, dass Sie über ausreichend Zeit für ein solches Gespräch verfügen. Solche Gespräche unter Zeitdruck zu führen, hilft weder Ihnen noch Ihrem Partner.

Brauchen Sie einen neutralen Schlichter?

Je nachdem, wie Sie zueinander stehen und je nach Umgangston zwischen Ihnen, könnte es auch sinnvoll sein, dass eine von Ihnen beiden akzeptierte Person anwesend sein soll und möglicherweise als Schlichter fungieren oder auch nur, um dafür zu sorgen, dass das Gespräch nicht aus der Bahn läuft. Die Betonung bei einer solchen Person liegt auf dem Aspekt, dass sie von beiden Gesprächspartnern akzeptiert wird. Diese Person kann im Gespräch auch auf Unklarheiten hinweisen oder u.U. gedankliche Anstöße geben.

Ebenso könnte es von Vorteil sein, ein solches Gespräch nicht im eigenen Wohnzimmer zu führen, sondern an einem neutralen Ort. Dabei ist natürlich zu beachten, dass es nicht gerade die laute Stammkneipe ist, wo das Gespräch durch den Lärmpegel oder Bekannte ständig gestört wird. Ein solcher neutraler Ort gibt beiden Seiten die Möglichkeit, sich vom Tisch zu entfernen, um in Ruhe nachdenken zu können. Je nach Jahreszeit und Wetterlage könnte ein ruhiger Bereich eines Restaurants oder eines Bistros ebenso günstig sein wie auch ein sonniges Plätzchen im Park oder etwas ähnliches.

Zum Thema miteinander sprechen finden Sie übrigens weiter unten auf dieser Seite einige Buchempfehlungen, die Ihnen dabei helfen sollen, produktiv miteinander zu sprechen und Ihre Beziehung zu stärken.

In jedem Fall sollten Sie beide versuchen, Aggressionen aus einem solchen Gespräch herauszuhalten. Wenn das Gespräch aggressive Tendenzen bekommt, empfiehlt es sich, eine Pause einzulegen, um zunächst Ruhe einkehren zu lassen und über das bisherige nachdenken zu können. Berücksichtigen Sie bei einem solchen Gespräch bitte auch, dass etwas, was Sie Ihrem Partner sagen, vielleicht ganz anders bei diesem ankommt. Das liegt daran, dass Ihr Gegenüber nicht nur die Worte hört, sondern den Tonfall sowie Gestik und Mimik analysiert und in einen Kontext setzt was dazu führen könnte, dass er oder sie etwas anderes versteht, als Sie es eigentlich gemeint haben.

Miteinander zu sprechen ist immens wichtig für eine funktionierende Beziehung. Also – reden Sie miteinander. Wir hoffen, dass Sie es schaffen, zukünftig gute Gespräche zu führen.

Vielleicht möchten Sie ja einmal eine Beziehungsanalyse durchführen, um sich Positives und Negatives vor Augen zu führen. Und auch die Seiten Alltag in der Partnerschaft sowie Den Alltag beleben sind Seiten, die zum Thema Partnerschaft und Beziehung gern und häufig gelesen werden.

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