Einsamkeit überwinden

Was bedeutet Einsamkeit? Für viele Menschen ist die Einsamkeit ein Defizit an Beziehungen zu anderen Personen. Die Einsamkeit stellt eine Empfindung dar, die je nach Situation der eine als negativ und der andere auch als positiv bezeichnet. In den meisten Fällen kann sich die Einsamkeit aber negativ auf die Psyche auswirken und körperliche Beschwerden verursachen.

In der Hauptsache wird die Empfindung „Einsamkeit“ aber negativ bewertet, da sich die Betroffenen zumeist niemandem nahe fühlen und sich nicht austauschen können. Die Betroffenen leiden sehr unter ihrer Situation, schämen sich und gehen kaum noch aus dem Haus. Sie ziehen sich also zurück und fühlen sich verlassen oder gar ausgeschlossen.

In einer Studie haben die US-Forscher Julianne Holt-Lunstad und Timothy Smith herausgefunden, dass einsame Menschen im Schnitt nicht so lange leben, wie sozial aktive Menschen. Demnach soll die Einsamkeit genauso schädlich ist wie zum Beispiel starker Alkoholmissbrauch oder das Rauchen von täglich 15 Zigaretten.

Die Einsamkeit bezieht sich nicht nur auf Menschen, die sich überflüssig vorkommen und das Gefühl haben, von ihren Mitmenschen nicht mehr anerkannt zu werden. Denn selbst in einer Beziehung kann man sich einsam fühlen, wenn beide Partner nebeneinander her leben, ohne Berührung und ohne Gemeinsamkeit.

Die Einsamkeit gilt als weit verbreitet, kann alle sozialen Schichten treffen und hat bei jedem Einzelnen vielleicht eine andere Ursache, wie zum Beispiel eine Trennung, ein Umzug, eine Erkrankung oder gar der Tod eines Partners. Doch wie entkommen wir der Einsamkeit? Das hängt einzig und allein von der Einstellung des Betroffenen zu sich selbst ab und welche Erwartungen er an andere Mitmenschen stellt.

Die Psychotherapeutin Dr. Doris Wolf unterscheidet die Einsamkeit in Phasen: die momentane, vorübergehende Einsamkeit, den langsamen Rückzug und die chronische Einsamkeit. Egal in welcher Lage wir uns befinden, man sollte zunächst einmal herausfinden, worin sich die eigenen Einsamkeitsgefühle begründen. Es wird schwer werden, den ersten Schritt zu machen, um der Situation entgegenzutreten. Aber das kann der Betroffene nur, wenn er selbst will.

Werden Sie also aktiv und gehen Sie wieder unter Menschen. Häufig hilft es, sich in einem Verein oder zu Kursen anzumelden. Besuchen Sie Museen oder Ausstellungen. Auch über den Sport kann man viele andere Menschen treffen und wieder kommunizieren. Sie müssen nur den ersten Schritt machen. Es gibt Selbsthilfegruppen und Gesprächskreise für die Betroffenen, wenn auch nicht immer direkt am Wohnort, aber sicherlich im Umfeld. Sollten Sie keine solcher Gruppen in Ihrer Nähe finden, gründen Sie einfach eine. Zwischenzeitlich haben es sich auch Reiseveranstalter zum Ziel gemacht, informative oder erholsame Gruppenreisen für Alleinstehende anzubieten. Es gibt so viele Möglichkeiten, andere Menschen kennenzulernen.

Sollten Sie sich einfach nutzlos fühlen, übernehmen Sie eine ehrenamtliche Tätigkeit und helfen anderen Menschen. Dabei können Sie ebenfalls Kontakte knüpfen und gleichzeitig etwas Gutes tun.

Entdecken Sie früher Freund- oder Bekanntschaften oder geben Sie eine Freundschafts- oder Partnersuchanzeige auf. Dabei können Sie einen neuen Partner kennenlernen oder Personen treffen, die mit Ihnen etwas unternehmen.

Vielleicht können Ihnen diese Tipps etwas helfen, wieder einen Sinn darin zu finden, sich am Leben zu beteiligen. Denken Sie einmal über ein Zitat des Dalai Lama nach: Wenn wir uns einsam fühlen, sollten wir unsere Einstellung zu anderen Menschen überprüfen.

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