Der erste Liebeskummer

Liebeskummer hat man wohl oft im Leben, aber keiner gleicht dem anderen. Mal ist er intensiver, mal hakt man ihn bereits nach kurzer Zeit wieder ab und beim nächsten Mal leidet man wochenlang. Etwas, das uns aber alle vereint, ist wohl die unumstößliche Tatsache, dass man den ersten großen Liebeskummer im Leben nie vergessen wird – und von genau diesem möchte ich hier berichten.

Noch heute denke ich oft daran zurück und vergesse nie den Schmerz den ich damals empfand, auch wenn ich danach noch oft Liebeskummer haben sollte, so haben diese Herzqualen sich nicht so in mein Gedächtnis gebrannt wie der erste.

Wie alles anfing

18 Jahre war ich damals alt und gerade mal wieder frisch verliebt. Das Gefühl des Verliebtseins kannte ich bereits gut, gehörte es doch zu mir wie kein anderes Gefühl. Ja, man kann behaupten, dass er mich hin und wieder schnell trifft – Amors Pfeil. Er scheint da recht treffsicher zu sein. Nur … und auch das ist sicher, immer war ich es, die die Fäden in der Hand hielt. Ich beendete Beziehungen und brauchte dafür noch nicht mal einen logischen Grund. So kannte ich richtigen Liebeskummer auch bis dato nur vom Hörensagen. Aber ich war ja noch jung und die Liebe war allenfalls eine Art Spiel oder sie war mir einfach noch nicht begegnet. Den Unterschied zwischen Liebe und Verliebtsein den kannte ich nicht. Noch nicht !

So war ich mal wieder in eine Art Beziehung geschlittert und konnte noch nicht mal sagen, warum ausgerechnet dieser Mann. Er war kaum älter als ich und wir beide wussten wohl schnell, dass es nur die Optik des jeweils anderen gewesen ist, die uns am Anfang zusammenführte. Ich mochte ihn aber dennoch und begann auf meine eigene Art und Weise damit, um ihn zu kämpfen. Ich nutzte die mir gegebenen Mitteln und dies führte letztendlich nur dazu, dass ich mich mehr und mehr erniedrigt fühlte. Vielleicht wollte ich auch einfach nicht zulassen, verlassen zu werden, denn das war doch bislang immer mein Part gewesen. Bisher kannte ich es nur, angehimmelt und vergöttert zu werden. Dies klingt wohl alles sehr arrogant und war es zum damaligen Zeitpunkt vermutlich auch, aber ich hatte es nie anders gelernt. Jungs kamen und gingen eben.

Der beste Freund des Freundes

In dieser Beziehung lernte ich auch zwangsläufig den besten Freund meines Freundes kennen. Ich meine, es war das erste Mal in meinem Leben, dass ich mit einem Mann mehr anfangen konnte als nur flirten. Wir waren sofort auf einer Wellenlänge und unterhielten uns oft stundenlang. Er hörte sich meine Probleme mit meinen Freund an und versuchte mir immer wieder Mut zuzusprechen, obwohl er wusste, dass es keinen Sinn mehr machte. Später sagte er mir mal dazu, er konnte es einfach nicht ertragen, mich traurig zu sehen.

Er war wohl vom ersten Tag an in mich verliebt, nur hielt er sich eben im Hintergrund. Ich bemerkte das alles überhaupt nicht, nahm ihn als Mann gar nicht wahr. Als diese Beziehung dann zerbrach, vergingen ein paar Wochen, ehe ich dem besten Freund meines Ex wieder begegnete. Schnell war sie wieder da, diese Vertrautheit und ebenso schnell entwickelte sich daraus mehr. So viel mehr, wie ich es nie gekannt hatte. Ein Gefühl, das so schön war und mich gleichzeitig so ängstigte. Mir war gar nicht mehr daran gelegen, die Fäden in der Hand zu halten, ich wollte mich nur noch fallenlassen. Ja, ich liebte ihn, einfach alles an ihm. Wir hatten eine wunderbare Zeit und waren uns sicher – dies ist für die Ewigkeit. Seine Mutter sah das allerdings völlig anders und ließ keine Gelegenheit aus, mir zu zeigen, was sie von mir hielt. Sie war verheiratet und hatte 2 Kinder, aber er war ihr Ältester und engster Vertrauter; noch vor ihrem Mann. Heute verstehe ich, dass es nichts anderes war als Eifersucht, die sie antrieb. Es war nicht immer einfach und ich vergoss viele Tränen der Verzweiflung, gerade weil ich ihren Einfluss auf ihren Jungen kannte.

Die Liebe zerbrach

Ob es die vielen Monate der zermürbenden Kämpfe zwischen mir und seiner Mutter waren, kann ich heute nicht mehr ausmachen. Ich weiß nur, dass sich mit einem Mal alles änderte. Plötzlich wirkte er so kühl und abweisend. Ich kam nicht mehr an ihn heran. Je mehr ich es versuchte, desto weiter entfernte er sich von mir. Ich kann mich immer noch genau an diesen Freitag erinnern, als er mich ansah und mir sagte, dass es aus sei. Er hätte sich in eine Kollegin verliebt. Dies alles war so irreal und ich meinte, gleich aus einem bösen Traum erwachen zu müssen. Tat ich aber nicht – er meinte es ernst. Wie ich die nächsten Tage verbracht habe, weiß ich nicht mehr. Nur so viel, ich habe sie mehr überlebt als erlebt.

Verlassen werden schmerzt ungemein

Der Schmerz übermannte mich förmlich und ich versuchte wieder und wieder ihn zu erreichen. Dies gelang mir natürlich nicht. Wie konnte er mich nur so schnell abhaken? Wie konnte er all das vergessen, was zwischen uns gewesen war? Wir wollten doch heiraten. Noch vor wenigen Wochen lebten wir gemeinsam auf Wolke 7 und es gefiel uns dort. Sollte es wirklich nur an einer Kollegin liegen? Sicher, da gab es eine Kollegin, die hin und wieder bei ihm anrief, aber dabei dachte ich mir doch nichts. Warum auch? War ich mir doch seiner Gefühle sicher – nie hätte ich sie angezweifelt. Ich durchlebte alle Stationen des Liebeskummers … Schock … Wut … Trauer, sowie den langsamen Weg zurück ins normale Leben. Nach vielen Wochen hatte es mich zurück, das normale Leben und wie sollte es anders sein, ich lernte einen anderen Mann kennen. Diesen Mann liebte ich nicht, aber er gab mir das Gefühl zurück, etwas Besonderes zu sein und das tat verdammt gut. Es hielt auch nicht lange, denn damals wie auch heute noch hin und wieder frage ich mich: Was er wohl jetzt macht? Wie geht es ihm? Was ist aus ihm geworden? Und ich suche immer noch die Antwort auf meine dringendste Frage: Warum? Nur – diese Antwort werde ich wohl nie bekommen.

Wir danken der Leserin dieser Seite, die Ihre schmerzlichsten Erfahrungen mit der ersten großen zerbrochenen Liebe und dem ersten scheinbar unheilbaren Liebeskummer für alle Besucher dieser Seite niedergeschrieben hat. Die Story basiert auf tatsächlichen Begebenheiten.

Haben auch Sie einmal großen Liebeskummer durchlebt? Möchten Sie uns Ihre Geschichte aufschreiben, wie der erste Liebeskummer sich bei Ihnen entwickelt hat? Wie ist es Ihnen ergangen, als Sie feststellten, er liebt mich nicht mehr. Senden Sie uns Ihre persönliche Geschichte als E-Mail oder als Anhang.

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