Geht Ihr Mann ins Bordell?

von Petra Dirkes – Autorin des Buches Zwischenstopp in der Hölle: Mein Mann geht ins Bordell.

Fast jede Frau, die mit dieser Frage konfrontiert wird, antwortet spontan mit: „Nein, so etwas würde mein Mann NIE tun!“ Ob sie damit meint, dass er so etwas nie tun, oder dass er grundsätzlich nicht fremdgehen würde, bleibt dabei undifferenziert.

Fakt ist, dass es mehr Frauen gibt, deren Männer käuflichen Sex in Anspruch nehmen, als den Betroffenen bekannt ist. Immer mal wieder stößt man im Internet auf Frauen, die in geeigneten Foren hilflos um Rat fragen, wie sie mit dieser Entdeckung umgehen sollen. Sehr viele von ihnen haben erst nach vielen Jahren Ehe oder Partnerschaft das kleine „Privatvergnügen“ ihrer Männer zufällig entdeckt. Dieser Umstand schlummert unter der Oberfläche des kollektiven Bewusstseins.

Alle wissen, dass es so etwas gibt, doch keine Frau glaubt, dass sie davon betroffen ist. Ganz ähnlich verhält es sich mit dem Tod. Wir alle wissen, dass er uns irgendwann ereilt, doch wir halten die Möglichkeit einer persönlichen Betroffenheit aus unserem Bewusstsein fern und verbannen sie ins Unterbewusste.

Einer der Gründe dafür ist die Tatsache, dass Prostitution und ihre Begleiterscheinungen trotz sexueller Revolution immer noch Tabuthemen sind. Auch gibt es nicht sehr viele aussagekräftige Studien zum Thema. In der Vergangenheit wurden hauptsächlich Prostituierte und ihre Arbeitsbedingungen vor dem Hintergrund von Aids, weiblicher Ausbeutung und Menschenhandel ins Visier der Forscher genommen. Über Freier gibt es nur einige wenige, in jüngerer Zeit entstandene Studien, die jedoch nur bedingt vergleichbar sind.

Dennoch möchte ich hier einige Zahlen aufgreifen, die ich dem Konzept zum Seminar „Freierarbeit“ (November 2007) der Deutschen Aids-Hilfe e.V. Berlin entnommen habe. Die Initiative bedient sich dabei der Studien von Hydra e.V. – Treffpunkt und Beratung für Prostituierte – aus dem Jahr 1991 und von Kleiber/Velten aus dem Jahr 1994. Das Alter der befragten Freier lag zwischen 17 und 72 Jahren, 82% der Befragten waren zwischen 26 und 55 Jahre alt (Hydra), bei Kleiber/Velten waren 72% zwischen 20 und 40 Jahre alt. In der Hydra-Studie waren 50% verheiratet oder lebten in einer festen Partnerschaft, 34% waren ledig, 16% geschieden oder getrennt lebend. Bei Kleiber/Velten waren 34% verheiratet, 10% geschieden oder verwitwet und 56% ledig. Sie gehen davon aus, dass 18% der sexuell aktiven männlichen Bevölkerung, also 6,7 Mio. deutsche Männer, Freier sind. Hydra geht von 12 Mio. Freiern aus.

Da unklar ist, inwieweit Männer, die im persönlichen Interview nach ihren Freier-Aktivitäten und -Gewohnheiten befragt werden, ehrlich sind, können diese Zahlen meiner Meinung nach nur als Zirka-Werte betrachtet werden.

Anders dagegen die Umfragen in sogenannten Freier-Foren, die von einzelnen Usern initiiert werden und aufgrund der Möglichkeit zur anonymen Beteiligung als durchaus repräsentativ anzusehen sind. Zu den größten Freier-Foren zählen „BordellCommunity“ (33.134 Mitglieder), „Rheinforum“ (42.709 Mitglieder) und „Freier-Magazin“ (32.359 Mitglieder). Daneben gibt es diverse andere, die meisten mit Userzahlen im 5-stelligen Bereich. Ich bin durch einige dieser Foren getingelt und habe mir die entsprechenden Umfragen herausgesucht. Hier ein kurzer Überblick über Umfragen, in denen es um den Familienstand der Prostitutionskunden ging:

1.Umfrage (224 Teilnehmer):

  • 70,09%: „Ich habe eine feste Beziehung und gehe heimlich zu Huren.“
  • 17,86%: „Ich habe keine Beziehung.“
  • 5,8%: „Ich habe eine feste Beziehung und gehe nicht zu Huren.“
  • Jeweils 3,13%: „Ich gehe mit Einverständnis meiner Partnerin“ und „Ich habe eine offene Beziehung.“

2.Umfrage (250 Teilnehmer):

  • 46% waren verheiratet,
  • 35,6% lebten in einer Beziehung ohne Trauschein,
  • 18,4% waren Single.

3.Umfrage (316 Teilnehmer):

  • 40,82% waren glücklich verheiratet,
  • 38,61% waren ledig,
  • 12,34% waren unglücklich verheiratet,
  • 6,65% waren geschieden,
  • 1,56% waren verwitwet.

4.Umfrage (228 Teilnehmer):

  • 69,3% lebten in einer festen Beziehung,
  • 28,51% waren Single,
  • 2,19% gingen mit dem Wissen ihrer Partnerin zu Prostituierten.

Sehr interessant ist auch eine Umfrage, an der sich 139 Mitglieder beteiligten und in der es um die Frage ging, ob ihr „Treiben“ schon mal aufgeflogen sei:

  • 70,5% waren noch nie aufgeflogen,
  • 21,58% waren durch einen „dummen Zufall“ aufgeflogen,
  • 7,91% waren aufgeflogen, weil sie es bewusst „gebeichtet“ hatten.

Zusammenfassend kann man also festhalten, dass (weit?) mehr als die Hälfte aller Freier verheiratet/gebunden ist und dass ebenfalls (weit!) mehr als die Hälfte von ihnen diesem „Hobby“ im Verborgenen frönen.

Die Zahlen von Hydra und Kleiber/Velten zugrunde legend, die Quersumme daraus bildend und ein einfaches Zahlenspiel konstruierend, ergibt sich folgendes Bild: Es gibt ca. 9 Mio. deutsche Prostitutionskunden, ca. 4,5 Mio. sind verheiratet/gebunden, ca. 2,25 Mio. davon fliegen nie auf. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass ca. 2,25 Mio. (Ehe)Frauen in Deutschland von ihren Männern mit Prostituierten betrogen werden.

Legen wir die 42 Mio. in Deutschland lebenden Frauen zugrunde, ziehen 7,6 Mio. für unter 20-Jährige und 11,8 Mio. für über 60-Jährige ab (Quelle: rp-online/Statistisches Bundesamt), bleiben 22,6 Mio. Frauen übrig. Es werden also fast exakt 10% der deutschen (Ehe)Frauen von ihren Männern heimlich im Bordell betrogen. Soweit mein legeres Zahlenspiel, das – bei aller Formlosigkeit – dennoch viele Fragen aufwirft:

  • Was suchen Männer bei Prostituierten?
  • Welches Geschlechterkonstrukt liegt diesem Phänomen zugrunde?
  • Welches Bild von männlicher und weiblicher Sexualität wird dort immer wieder rekonstruiert?
  • Welche Auswirkungen hat diese Rekonstruktion auf Männer und Frauen bzw. ihre Beziehungen?
  • Gibt es einen Weg aus diesem Dilemma?

Petra Dirkes hat als Gastautorin exklusiv für dieses Liebeskummer Portal den Fachartikel Geht Ihr Mann ins Bordell? geschrieben. Wir empfehlen allen Betroffenen das von Petra Dirkes verfasste und auf wahren Begebenheiten beruhende Buch Zwischenstopp in der Hölle – mein Mann geht ins Bordell, über das Sie sich einfach per Klick auf den Buchtitel informieren können.

 Zwischenstopp in der Hölle

Wenn auch Sie die Vermutung haben, dass Ihr Mann Sie mit einer Prostituierten im Bordell, im Volksmund auch Puff genannt, betrügt, Sie diesen Verdacht aber nicht erhärten können, so empfiehlt sich der Einsatz einer Detektei. Privatdetektive verschaffen Ihnen die nötige Klarheit, damit auch Sie sicher wissen, ob Ihr Mann in Clubs zu leichten Damen geht oder nicht. Lesen Sie mehr über Privatdetektive bei Fremdgehen auf der Seite www.detektiv-deutschland.de.