Trennung auf Zeit

Eine Trennung auf Zeit – das sogenannte Notfallprogramm für die Liebe oder doch nur ein Aus auf Raten? Vielleicht aber auch eine echte Chance für die Liebe, eine Liebe die noch vorhanden ist, die sich aber im Laufe der Zeit gut versteckt hat, unter der Steuererklärung, den Bergen von schmutzigem Geschirr oder den unterschiedlichen Vorstellungen der Kindererziehung. Ehe man eine einstig große Liebe einfach so dem Verfall überlässt, ist es wohl eine gute und richtige Entscheidung, es einmal auf diese Art zu versuchen.  Dieser Versuch birgt zwar eine reelle Chance, aber auch einige nicht unwesentliche Gefahren.

Die Trennung auf Zeit lässt einen zur Ruhe kommen

Gerade Paare bei denen der tägliche Streit so dazugehört, wie bei anderen der morgendliche Kaffee, sind gut beraten, eine temporäre Trennung in Betracht zu ziehen. Man entkommt vorerst der Spirale der wiederkehrenden Konflikte und kann etwas zur Ruhe kommen. Eventuell besinnt man sich in dieser Zeit auch wieder auf die guten Seiten des Partners und auf die vielen schönen Momente der Beziehung. Einfach gesagt, man beginnt den Partner zu vermissen.

Während dieser Trennung kann es auch geschehen, dass man plötzlich merkt, wie gut es einem tut, allein zu leben. Hatte man noch vor kurzem große Angst vor der Einsamkeit, so erkennt man, dass diese Angst unbegründet gewesen ist. Man besinnt sich wieder mehr auf sich und kümmert sich um eigene Bedürfnisse. Dies trägt dann allerdings dazu bei, dass die emotionale Distanz zwischen Ihnen beiden noch größer wird und Sie sich nun ausschließlich an die negativen Seiten der Partnerschaft erinnern – an Ihre vorherrschenden Probleme.

Die temporäre Trennung ist kein Allheilmittel

Nicht alle Probleme lassen sich durch eine Trennung auf Zeit einfach so aus der Welt schaffen. Suchtprobleme, finanzielle Probleme oder ein unerfüllter Kinderwunsch sind nur einige von ihnen. Oftmals fällt es Paaren auch schwer, wieder den Weg zurückzufinden nach einer solchen Trennung auf Zeit. Es ist nicht einfach, wieder an alte glückliche Zeiten anzuknüpfen. Hierfür bedarf es vieler intensiver Gespräche, in denen jeder der beiden Partner ganz unverblümt zum Ausdruck bringt, was ihn genau stört oder gar fehlt in der Beziehung.

Wie lange sollte man getrennte Wege gehen?

Bevor Sie die Trennung auf Zeit für sich in Anspruch nehmen, müssen sich beide im Klaren darüber sein, welches eigentliche Ziel damit verfolgt werden soll. Was erwarten Sie sich davon? Der Zeitraum sollte vorher abgesteckt oder zumindest eingegrenzt werden. Als Faustregel gilt hier, mindestens 6 Wochen aber nicht länger als 6 Monate. Möchten Sie in dieser Zeit Kontakt zueinander halten? Dies wäre auf jeden Fall ratsam, wenn gemeinsame Kinder im Spiel sind. Diese haben mit Ihrer Trennung auf Zeit nichts zu tun und werden höchstwahrscheinlich auch sehr verunsichert sein davon. Sprechen Sie mit Ihren Kindern über Ihr Vorhaben und erklären Sie es so gut es Ihnen möglich ist.

Was darf man während dessen machen?

Treffen Sie genaue Absprachen, was in dieser Zeit erlaubt ist und was nicht. Ist es gestattet, sich auch mal mit anderen Männern oder Frauen zu verabreden. Hier lauert nämlich eine der größten Gefahren. Der Partner könnte sich verletzt fühlen, wenn ihm zu Ohren kommt, dass Sie sich schon anderweitig orientiert haben und dies erschwert den Weg zurück ungemein.

Bleibt noch die Frage des Ablaufs zu klären. Wer von Beiden zieht vorerst aus und vor allem wohin? Beachten Sie auch die zusätzlichen Kosten, die während dieser Zeit unweigerlich auf Sie zukommen werden.

Was kann während dessen nicht schaden?

Während dieser Zeit kann es nicht schaden, auch Gespräche mit anderen zu führen. Freunde haben oft einen realistischeren Blick auf die Dinge als man selbst. Freunde kennen Sie als Paar und wissen um Ihre Probleme. In Extremfällen kann es nicht schaden, einen Paartherapeuten zu Rate zu ziehen. Er hat die nötige Erfahrung auf diesem Gebiet und kann Ihnen ebenfalls wertvolle Tipps geben. Solch ein Paartherapeut eignet sich auch hervorragend als sachlicher Schlichter in Streitfragen. Er kann Sie begleitend unterstützen, während einer überfälligen Aussprache.

Was wird dann?

Manchmal nützt eben auch das beste Vorhaben nichts und Sie werden bald merken, dass es für Sie als Paar keine gemeinsame Basis mehr gibt. In diesem Fall müssen Sie sich nichts vorwerfen, denn Sie haben Ihr Bestes gegeben. Auch haben Sie in den letzten Wochen das Alleinsein schon geübt und werden nun nicht ins kalte Wasser geschmissen.

Vielleicht stellen Sie aber auch fest, dass die Liebe doch noch nicht erloschen ist und Sie finden wieder Zugang zueinander. Achten Sie in dem Fall darauf, dass sich nach einigen Wochen nicht wieder alte ungeliebte Verhaltensmuster einschleichen, denn sonst wird aus einer Trennung auf Zeit ganz schnell das endgültige Aus für die Liebe. Dies war sicher nicht das Ziel, das Sie verfolgt haben.

Brauchen Sie Hilfe, um die Partnerschaft zu retten?

Manchmal ist der Wille zwar da, aber man weiß nicht genau, wie man den Willen richtig in die Tat umsetzen soll. Wenn auch Sie den Willen haben, Ihre Partnerschaft und Beziehung zu retten, empfehlen wir Ihnen, diese Vorstellung über die Beziehungsrettung zu lesen.