Streit in der Partnerschaft –
Streiten will gelernt sein

Am Anfang ist alles toll. Ein neuer Partner hat nur positive Seiten. Die Kleinigkeiten, die ein wenig störend wirken, werden sich im Laufe der Zeit schon beseitigen lassen.

Kennen Sie diese Gedanken? Mit Sicherheit kommen sie ihnen so oder ähnlich bekannt vor. Immer dann, wenn man die so genannte rosarote Brille trägt, neigt der Mensch dazu, alles nur positiv zu sehen.

Doch nach und nach verblasst die rosarote Brille und diese kleinen störenden Angewohnheiten erscheinen in dem veränderten Licht plötzlich störend. Und entgegen der bisher vertretenen Meinung haben diese Angewohnheiten sich nicht beseitigen lassen.

Dazu kommt der Alltag in der Beziehung und irgendwann kommt es ganz unweigerlich zum Streit. Zu Ihrer Erleichterung können wir Ihnen sagen, dass Streit nicht unbedingt gleich das Ende einer Partnerschaft bedeuten muss.

Ganz im Gegenteil kann Streit etwas sehr positives sein – zumindest, wenn man nicht verbal wild aufeinander einschlägt und auch noch unter die Gürtellinie zielt. Wie ein Gewitter die Luft reinigt, kann auch ein Streit eine solche Wirkung auf die Beziehung haben. Streiten hilft dabei, sich besser zu verstehen.

Dabei muss ein Streit nicht zwangsläufig damit enden, dass Türen zugeschlagen werden oder man sich nur noch eisig anschweigt. Wie bei vielen anderen Dingen gilt es auch hier, ein paar Regeln zu beachten.

In jedem Fall sollten Sie sich bei einem Streit vergegenwärtigen, dass es nicht darum geht, Ihren Partner in die Knie zu zwingen und k.o. zu schlagen. Ein Streit sollte dazu dienen, an der Partnerschaft zu arbeiten und sie zu verbessern.

Versuchen Sie in jedem Fall, sich in unsachlichen Argumenten zu verlieren oder Ihren Partner mit missverständlichen Argumenten anzugreifen. Lassen Sie Ihren Partner aussprechen und, ganz wichtig, hören Sie ihm auch zu. Versuchen Sie, auch die Sichtweise Ihres Partners zu verstehen.

Sofern Sie etwas nicht richtig verstanden haben oder etwas missverständlich ausgedrückt wurde, sollten Sie ruhig nachfragen. Versuchen Sie dabei, Aggressivität in Ihrer Stimme zu vermeiden. Allgemeinaussagen und Schuldzuweisungen führen nicht zu einer Lösung, sondern allenfalls dazu, dass sich die Fronten verhärten.

Bemühen Sie sich in der Ich-Form zu sprechen, anstatt eine allgemeine Aussage zu treffen. Können Sie Ihrem Partner möglicherweise einen Vorschlag zur Lösung anbieten, anstatt ihm nur die Schuld zu geben?

In jedem Fall sollten Sie vermeiden, laut zu werden und unter die Gürtellinie zu zielen. Verletzungen und Beleidigungen werden nicht so schnell vergessen und möglicherweise bleibt der Groll noch lange erhalten, auch wenn der Streit längst beendet ist. Versuchen Sie auch, Ihre Kritikpunkte in wenigen und zusammenfassenden Sätzen unterzubringen.

Es ist wenig hilfreich, wenn Ihr Gegenüber am Ende Ihres Textes nicht nur den Anfang sondern auch den Mittelteil schon wieder vergessen hat. Spott und Haarspaltereien verbieten sich natürlich ebenso, wie verächtliche Gesten oder ähnliches.

Denken Sie immer daran – Sie wollen nicht einen Gegner in die Knie zwingen, sondern sich mit Ihrem Partner wie zwei erwachsene Menschen streiten, um Ihrer Beziehung wieder Perspektive zu geben.

Miteinander sprechen ist in einer Beziehung sehr wichtig. Dennoch ist manchmal auch ein klärendes Gespräch notwendig, um einen Standpunkt zu vertreten, oder um Dinge zu besprechen, die als störend empfunden werden.

Neben den bisherigen Tipps ist es in jedem Fall sinnvoll, auch einmal darüber nachzudenken, wann man ein klärendes Gespräch führen sollte. Keinesfalls sollten Sie ein solches Gespräch beginnen, wenn ein fester Termin kurz bevorsteht oder Sie oder Ihr Partner völlig abgekämpft von der Arbeit nach Hause kommen. Ein solches Gespräch lässt sich besser und einfacher führen, wenn beide Gesprächspartner sich in einem entspannten Zustand befinden und keinen Zeitdruck haben.

Möglicherweise ist es hilfreich, ein solches Gespräch nicht in der gemeinsamen Wohnung zu führen, sondern an einem neutralen Ort, der beiden die Möglichkeit gibt, einmal aufzustehen, um in Ruhe nachzudenken.

Die Wahl des Ortes bleibt dabei Ihnen beiden überlassen, wobei sich natürlich beide wohl fühlen sollten. Es empfiehlt sich, solche Gespräche nicht in einer Kneipe zu führen, die man häufig aufsucht, da die Gefahr besteht, dass Bekannte sie immer wieder stören oder Sie durch den Krach Ihr eigenes Wort kaum verstehen können.

Ein solcher Gesprächsort kann dabei zum Beispiel ein abgelegener Tisch in einem Cafè, Bistro oder Restaurant sein. Bei schönem Wetter ist auch ein sonniges Plätzchen irgendwo in der Natur möglich. Sicherlich werden Sie einen geeigneten Ort finden.

Je nachdem, welcher Umgangston zwischen Ihnen mittlerweile üblich ist, kann es auch sinnvoll sein, eine unbeteiligte dritte Person hinzuzuziehen, die als Schlichter oder Mediator fungiert. Dabei versteht es sich natürlich von selbst, dass beide Gesprächspartner mit dieser Person einverstanden sein sollten.

Versuchen Sie, diese Hinweise zu beherzigen, denn so, wie man andere Fertigkeiten lernen muss, gilt dies auch hier: Streiten will gelernt sein.

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